Aufbau eines vernetzten industriellen Ökosystems: Wie man strategische Partnerschaften mit PLM entwickelt
Das Produktlebenszyklusmanagement ist nicht nur eine Technologie, sondern eine organisatorische Revolution, die einen klaren und strukturierten Implementierungsplan erfordert. Industrieunternehmen, die sich mit der digitalen Transformation auseinandersetzen, müssen das PLM bereits in den frühen Phasen integrieren und strategische Partnerschaften aufbauen, um operative Konsistenz, die Reduzierung der Time-to-Market und die Kostenoptimierung über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu gewährleisten.
Grundlagen einer auf digitale Transformation ausgerichteten PLM-Strategie
Eine wirksame PLM-Strategie beginnt mit einer präzisen Ausrichtung an den Zielen der digitalen Transformation des Unternehmens und vermeidet isolierte oder rein technische Lösungen.
Die Digitalisierung des gesamten Produktlebenszyklus stellt den Kern der digitalen Transformation eines Industrieunternehmens dar. Wie auf der PLM Road Map & PDT Europe 2025-Konferenz in Paris hervorgehoben wurde, ermöglicht das aggressive Verfolgen von PLM und digitaler Transformation eine wechselseitige Vereinfachung der Implementierung beider Ansätze. Mit zunehmender Produktkomplexität und Marktdruck wird die erfolgreiche Implementierung des einen ohne den anderen immer problematischer.
PLM muss als strategischer Business-Ansatz verstanden und gefördert werden, nicht als einfaches IT-Tool. Dies liegt daran, dass es eine kohärente Menge an Lösungen unterstützt, die die kollaborative Erstellung, Nutzung, Verwaltung und Verbreitung der geistigen Eigentumswerte jedes Produkts fördern. Eine korrekt aktiviert und ausgeführte PLM-Strategie maximiert den ROI des Unternehmens, indem sie sicherstellt, dass die richtigen Produkte immer zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Märkte erreichen.
Die Transformation erfordert eine Neuausrichtung vieler organisatorischer Strukturen und Unternehmensprozesse. Der digitale Faden fungiert als “semantisches Rückgrat”, liefert konsistente Daten über Systemgrenzen hinweg und versorgt KI-basierte Anwendungen mit unverzichtbaren kontextualisierten Informationen.
Identifikation und Bewertung strategischer Partner
Die Auswahl der richtigen Partner bedeutet, ergänzende Fähigkeiten, technologische Kapazitäten und eine gemeinsame Vision zu bewerten, um ein skalierbares Ökosystem aufzubauen.
Der Aufbau eines wirksamen PLM-Ökosystems erfordert Partner, die eine gemeinsame strategische Vision teilen und über ergänzende Fähigkeiten verfügen. Die Erfahrung von Vestas, einem dänischen Hersteller von Windturbinen mit rund 55.000 Mitarbeitern und 60.000 installierten Turbinen weltweit, zeigt die Bedeutung der Auswahl von Partnern, die den Übergang zu integrierten digitalen Modellen unterstützen können.
Bei der Bewertung strategischer Partner müssen Unternehmen mehrere kritische Faktoren berücksichtigen: die Fähigkeit zur technologischen Integration mit bestehenden Systemen, die spezifische Erfahrung in der relevanten Industriebranche und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit an gemeinsamen Standards. Die Konformität mit Industriestandards stellt ein grundlegendes Element bei der Auswahl von Partnern dar.
Die kürzlich angekündigte Allianz zwischen AM I Navigator und Leading Minds, die das Additive Manufacturing Alliance hervorgebracht hat, veranschaulicht, wie die Zusammenarbeit zwischen ergänzenden Initiativen die industrielle Einführung beschleunigen kann. Diese Allianz vereint Unternehmen wie Siemens, Materialise, EOS, HP und andere, die jeweils über spezifische Kompetenzen verfügen, die sich integrieren, um umfassende Lösungen anzubieten.
Governance und Organisationsstruktur für PLM
Die Definition von Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozessen ist entscheidend, um Kontrolle und Konsistenz während der PLM-Implementierung aufrechtzuerhalten.
Die Governance stellt ein kritisches Element dar, das bei der PLM-Implementierung oft unterschätzt wird. PLM-Professionelle müssen PLM als strategischen Business-Ansatz verstehen und fördern, nicht als bloße technische Verantwortung. Dies erfordert eine klare Definition von Rollen und Verantwortlichkeiten über die gesamte Organisation hinweg.
Die Erfahrung von Siemens Energy, das 2021 aus einer Abspaltung von Siemens AG hervorging und anschließend durch die Übernahme von Siemens Gamesa Renewable Energy gestärkt wurde, illustriert, wie enorme Veränderungen in den Geschäftsperspektiven die Schaffung einer neuen, kompakteren Unternehmensstruktur erfordern. Der Unternehmensarchitekt Peter Vind hat sich mit der Frage beschäftigt, wie sich diese technologischen Themen in das Unternehmen einfügen und wie dieses strukturiert sein muss, um die Chancen zu maximieren.
Eine wirksame Governance umfasst die Definition wiederverwendbarer Frameworks, die Integration von geometrischer Dimensionierung und Toleranzen (GD&T), die Ermöglichung des Digital Thread und eine robuste Governance, die Konsistenz in Entscheidungen und Prozessen gewährleistet.
Technologische Integration und Datenflüsse
Die Interoperabilität zwischen Legacy-Systemen und neuen PLM-Plattformen ist entscheidend, um operative Kontinuität und Datenqualität zu gewährleisten.
Die technologische Integration stellt eine der komplexesten Herausforderungen bei der PLM-Implementierung dar. Der digitale Faden muss als semantisches Rückgrat dienen, das konsistente Daten über Systemgrenzen hinweg bereitstellt und KI-basierte Anwendungen mit kontextualisierten Informationen versorgt.
Die ursprüngliche Vision eines end-to-end PLM erfordert konsistentes Networking, Simulation, Virtualisierung und Analyse technischer Systeme, die durch den erweiterten digitalen Faden, den digitalen Zwilling und künstliche Intelligenz ermöglicht werden. Plattformen wie NVIDIA Omniverse stellen einen bedeutenden Fortschritt dar: eine offene und erweiterbare Plattform für virtuelle Zusammenarbeit und physikalisch genaue Echtzeitsimulationen.
Das Ziel ist, sich dem PLM als “Single Source of Truth” zu nähern, indem alle Produktdaten in Formaten konsolidiert werden, die sowohl von Maschinen als auch von Menschen lesbar sind, und die Downstream-Prozesse vereinfacht und rationalisiert werden. Dies erfordert die Integration von Geometrie, Anmerkungen, Spezifikationen und Produktionsdaten in ein einziges digitales Modell.
Änderungsmanagement und Kommunikation des Werts
Der Erfolg von PLM hängt von einer weit verbreiteten Einführung ab; er erfordert einen Change-Management-Plan und eine gezielte Kommunikation mit den verschiedenen Stakeholdern.
Die PLM-Transformation ist nicht nur eine technologische Frage, sondern erfordert eine sorgfältige Steuerung der organisatorischen Veränderungen. Zu den wichtigsten Herausforderungen gehören die Anpassung der Lieferanten, die Navigation durch die Bedingungen des Produktionsplans und die auf 2D-Zeichnungen basierenden Legacy-Prozesse.
Die Kommunikation des strategischen Werts von PLM an die verschiedenen Stakeholder ist von entscheidender Bedeutung. Wie die Erfahrung von Vestas mit dem Übergang zur modellbasierten Definition (MBD) als Teil des Werdens zu einem modellbasierten Unternehmen (MBE) zeigt, ist es notwendig, wiederverwendbare MBD-Rahmenwerke aufzubauen, die greifbare Vorteile belegen.
Der Ansatz muss betonen, wie PLM die Zusammenarbeit ermöglicht, die Time-to-Markt-Zeiten reduziert und die Kosten optimiert und sich nicht darauf beschränkt, Daten zu verwalten. Die digitale Transformation wird die Produktentwicklung revolutionieren, Prozesse optimieren, Kosten senken und die Unternehmen an die Spitze ihrer Branchen bringen.
Messung der Auswirkungen und Erfolgs-KPIs
Die Überwachung von Leistung, Time-to-Market und Kosten ermöglicht es, das PLM-Ökosystem kontinuierlich zu optimieren und dessen greifbaren Wert zu belegen.
Die systematische Messung von Auswirkungen stellt das Element dar, das den PLM-Investitionstechnologie zu einem strategischen Business-Hebel transformiert. Unternehmen müssen klare KPIs definieren, die sowohl die unmittelbaren operativen Vorteile als auch den langfristigen strategischen Wert erfassen.
Zu den wichtigsten Indikatoren gehören die Reduzierung der Produktentwicklungszeiten, die Verbesserung der Datenqualität, die Verringerung von Konstruktionsfehlern und die Beschleunigung der Time-to-Market. Das endgültige Ziel ist es, sicherzustellen, dass die richtigen Produkte immer die richtigen Märkte zum richtigen Zeitpunkt erreichen und den Unternehmens-ROI maximieren.
Die Fähigkeit, diese Ergebnisse zu messen und zu kommunizieren, stärkt das organisationale Commitment gegenüber PLM und rechtfertigt kontinuierliche Investitionen in die Weiterentwicklung des Ökosystems. Die Metriken müssen mit den strategischen Unternehmenszielen ausgerichtet sein und für alle Ebenen der Organisation verständlich kommuniziert werden.
Abschluss
Den Aufbau effektiver industrieller Partnerschaften über PLM erfordert systemische Sichtweise, klare Governance und gezielte technologische Integration.
Die digitale Transformation durch PLM ist kein Projekt mit einem Enddatum, sondern ein kontinuierlicher Weg der organisatorischen und technologischen Evolution. Unternehmen, die erfolgreich sein werden, sind jene, die PLM strategisch von den Anfangsphasen an integrieren, ergänzende Partnerecosysteme aufbauen, robuste Governance definieren und die Ergebnisse systematisch messen.
Beginnen Sie heute damit, Ihren Ansatz für PLM neu zu definieren: Karten Sie Ihre strategischen Partner, richten Sie die Prozesse aus und messen Sie jeden Schritt in Richtung operativer Effizienz. Die Konvergenz zwischen PLM und digitaler Transformation ist keine Option mehr, sondern ein Wettbewerbsnotwendigkeit
articolo scritto con l'ausilio di sistemi di intelligenza artificiale
Fragen & Antworten
- Welche Rolle spielt PLM in der digitalen Transformation industrieller Unternehmen?
- PLM stellt den Kern der digitalen Transformation dar und fungiert als strategischer Business-Ansatz und nicht nur als IT-Tool. Es hilft, Prozesse, Daten und Zusammenarbeit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg zu integrieren, wodurch Zeiten und Kosten reduziert werden.
- Wie trägt der 'digital thread' zur Implementierung von PLM bei?
- Der digitale Thread fungiert als 'semantische Wirbelsäule', gewährleistet die Datenkonsistenz zwischen verschiedenen Systemen und versorgt KI-basierte Anwendungen mit unverzichtbaren kontextualisierten Informationen für strategische Entscheidungen.
- Welche Kriterien sind bei der Auswahl strategischer Partner für ein PLM-Ökosystem wichtig?
- Die Schlüsselkriterien umfassen ergänzende Kompetenzen, technologische Fähigkeiten, Branchenerfahrung, Konformität mit Industriestandards und die Bereitschaft, an integrierten und gemeinsamen Lösungen zusammenzuarbeiten.
- Warum ist Governance bei der Implementierung von PLM entscheidend?
- Eine effektive Governance definiert Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsabläufe und sorgt so für operative Konsistenz und Kontrolle während der Transformation. Sie ist wesentlich, um PLM als Unternehmensstrategie und nicht nur als technisches Tool zu integrieren.
- Welche Vorteile bringt die Integration von PLM mit Technologien wie Digital Twin und künstlicher Intelligenz?
- Die Integration ermöglicht fortschrittliche Simulationen, virtuelle Zusammenarbeit in Echtzeit und prädiktive Analysen. Dies verbessert die Produktqualität, beschleunigt die Entwicklung und steigert die operative Effizienz durch kontextualisierte und verlässliche Daten.
